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Der Linke und das Geld: Geibel-Land ist abgebrannt Drucken E-Mail
Dienstag, 20. Mai 2008
Doch die Mitgliederflucht ist nicht das einzige Problem in DJV-Südwest. Dem Gesamtvorstand erklärte Geibel übellaunig, „verlorene Prozesse“ hätten 17.000 Euro gekostet. Leider hindere ihn der Datenschutz, genau zu sagen, wofür der Verein zahlen musste und wer denn die Prozesse gewonnen habe.

Dem Manne kann geholfen werden: Es begann damit, dass Geibel höchstselbst in Agitprop-Manier in seinem - damals noch im Internet verbreiteten und dort inzwischen entschlafenen - Vereinsblatt „Blickpunkt“ Erfundenes und Gefälschtes über seinen Erzfeind Hans Werner Conen verbreitet hatte. Typisch für Geibelsche Verschlagenheit: Er warf dem Brandenburger vor, sich feige vor der Diskussion auf dem Verbandstag in Weimar gedrückt zu haben, verschwieg aber, dass Conen dort gar nicht auftreten durfte.

Dagegen erwirkte der heutige Brandenburgische CEO bei Gericht eine Einstweilige Verfügung. Kaum war die zugestellt, erhob der greise Rechtsanwalt Olenhusen aus dem fernen Freiburg im Breisgau Widerspruch mit eher kuriosen Argumenten. Doch es nützte nichts: Geibel wurde prompt auch in der Hauptsache zur Unterlassung seiner falschen niederträchtigen Behauptungen verurteilt. Auf Kosten der baden-württembergischen DJVler legte das Altherren-Duo auch noch Berufung zum Oberlandesgericht ein, wo dann Geibels Verurteilung als Nachrichtenfälscher in vollem Umfang bestätigt wurde. „Ein verbohrter alter Mann, der partout nicht begreifen will, dass Gerichte entscheiden und nicht er“, wunderte sich Hans Werner Conen. Dafür hat der eitle Alleinherrscher schlappe 17.000 Euro Mitgliedergeld verzockt - und versteckt sich heute hinter dem Datenschutz.

 

geibel_erregt.pngGewerkschafts-Meduse Geibel: Ein Raffzahn gibt den Wohltäter

Aber auch Greta Hessel riss ein großes Loch in Geibels Pfründe. Der Arbeiterführer, so lamentierte er vor dem Stuttgarter Amtsgericht, habe bei der Ortsgruppe Baden-Baden „durchgreifen“ und „Ordnung schaffen“ wollen. Dazu setzte er freihändig und satzungswidrig die lokale Vorsitzende ab. Doch das für den Autokraten Unfassbare geschah: Greta Hessel, studiert, kultiviert, wehrte sich bei Gericht gegen den ungehobelten Gewaltmenschen - und gewann auf ganzer Linie.

Doch als es ans Zahlen der teuren Gerichts- und Anwaltskosten ging, ging „Der kleine Stalin“ auf Tauchstation, ignorierte auch Mahnungen. Geibel, der stets mit großer Geste anderen Moral predigt, pokerte ganz offenbar darauf, weder Hessel noch Conen würden es wagen, gegen ihn den Gerichtsvollzieher in Marsch zu setzen - taten sie aber doch. Und so verschafften sich gleich mehrere Vollstrecker unsanft Zutritt zur DJV-Geschäftsstelle und kassierten dort. Die ahnungslosen Mitglieder im Südwesten haben diesen Starrsinn Geibels noch einmal extra teuer bezahlt.

Derweil soll der Freizeit-Prediger den Fiskalieros erklären, warum er ab dem Jahre 2001 weder Umsatz- noch Körperschaftssteuer für gewerbliche Tätigkeiten - z.B. Presseausweisverkauf - des Landesverbands erklärt und erst recht nicht bezahlt hat. Denn steuerfrei sind Berufsverbände wie gemeinnützige Vereine nur im satzungsgemäß „ideellen“ Bereich.

Die beim Sportfest verkaufte Bratwurst ist genauso steuerpflichtig wie in der Pommes-Bude nebenan. Wer Zeitschriften liefert, die nicht ausschließlich Vereinsnachrichten enthalten, macht steuerlich nicht anderes als der Bahnhofs-Kiosk. Und wer das Beitragsgeld seiner Mitglieder nicht für die Zwecke des - eigenen - Vereins, sondern für Geschenke und vorgebliche Darlehen an Dritte - beispielsweise für Spalter-Clubs in Berlin und Brandenburg - verwendet, hat damit keine steuerlich geltend zu machenden Aufwendungen kreiert, sondern Gewinn verwendet. Die Folge: Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Schenkungssteuer.

Geibel und manch andere Schlaumeier im Journalisten-Verband hatten sich die Welt schön geträumt: Das, wofür andere kräftig Steuern zahlen müssen, ist beim DJV steuerfrei - Brutto ist gleich Netto, ein unter linken Heilsbringern verbreiteter Glaube. Jetzt weht der „Wind of change“ durch die Geschäftsstellen, Finanzämter stellen ungewohnte Fragen oder machen, wie in Stuttgart oder Düsseldorf, überraschende Hausbesuche.

 

Einen wie Geibel, der sich erst jetzt vorsichtig überlegt, ob nicht vielleicht ein Steuerberater hinzugezogen werden sollte, kümmert sich aber grundsätzlich nur unter einem Gesichtspunkt um das Geld der DJV-Mitglieder: Wie landet es am elegantesten in der eigenen Tasche? Die Lösung hat „Karl Marx’ Stellvertreter auf Erden“ schon Anfang der neunziger Jahre gefunden.

Unter kräftigem Druck auf den Vorstand platzierte er Zweitfrau Heidrun-Ute, Absolventin des „Roten Klosters“ der SED in Leipzig, als Leiterin des „Bildungswerks“, wo die in Bildungsdingen Unbedarfte seither ein Super-Gehalt kassiert und das eheliche Budget in luxuriöse Höhen treibt. Geibel selbst, ein oft bigotter christlicher Frömmler, spreizt sich derweil als „Ehrenämtler, der keine müde Mark genommen“ habe - Kunststück.

Doch er baut vor: Ab 2010, so deutet der Sozialrentner düster an, müsse der DJV Baden-Württemberg den Vorsitzenden „mindestens ein Drei-Fünftel-Gehalt“ zahlen. Schon witzelt Erzfeind Conen über eine teure Ehekrise im Hause des Freizeit-Predigers.

Auch in der Mitgliedschaft rumort es nach zweiundzwanzig Geibel-Jahren. Die geplante Beitragserhöhung ist vielleicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Vor allem Freie Journalisten sehen ihre Interessen durch den Klassenkampf-Apparatschik nicht hinreichend vertreten. Sie wollen Geibels immer offensichtlicher werdende Misswirtschaft nicht auch noch durch mehr Geld belohnen.

Ex-Geschäftsführer Thomas Schelberg, per Oktober 2007 auf ein bestens dotiertes Parteibuch-Pöstchen zum öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk (SWR) entwichen, soll inzwischen zum Zeichen seines Dankes für die glückliche Karriere-Fügung den zuständigen Heiligen besonders dicke Opferkerzen in einer bekannten Wallfahrtskirche gespendet haben.

 

 
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