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BJV: Gelesen, gelacht, gelocht 




| BJV: Gelesen, gelacht, gelocht |
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| Dienstag, 20. Mai 2008 | |
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Das Schulamt der Stadt
Nürnberg ist ein beschaulicher Ort. Für Beamte mit den richtigen politischen
Freunden ist die Versorgung ohne Leistung sicher. Und gegen die Jugend von
heute kann man eh nichts machen. Also macht man auch nichts.
Besonders der Bedienstete Wolfgang Stöckel, des falschen Parteibuchs wegen in der Behörde endgelagert, hat viel gut bezahlte Zeit zur Beschäftigung mit wichtigen Menschheitsfragen. Jetzt hat der bekennende Weißbier-Experte, der auch immer wieder als Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbands (BJV) auftritt, Aufsehen erregende Erkenntnisse über die Menschenwürde vorgelegt. Im Kampfblatt „BJV-Report“ gibt der CSU-Arbeiterführer zum Besten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar! So heißt es jedenfalls in der Menschenrechtscharta.“ Na ja, nicht ganz. Es ist wohl eher das Grundgesetz. Aber woher soll einer das wissen, der - jedenfalls theoretisch - Nürnberger Kindern etwas fürs Leben beibringen soll. Und wie soll einer mit Parteibuch das Grundgesetz von der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nation vom Dezember 1948 unterscheiden können. Dafür ist der tapfere CSU-Mann, der es schon seit Jahren als Untergrundkämpfer in der von SPD-Apparatschiks okkupierten Stadtverwaltung aushält, ein begnadeter politischer Kopf mit Blick für das Große und Ganze. Die Menschenrechte, so hat er herausgefunden, werden doch tatsächlich in China und speziell in Tibet „nicht ganz ernst genommen“ - da wird er sich aber ganz schön ärgern, der entlarvte Chinese. Und in deutschen Supermärkten - man muss nicht gleich sagen, dass es Lidl war - wird videoüberwacht: „Mit Menschenwürde hat das nichts mehr zu tun“, reißt Arbeiterführer Stöckel Billigheimern und anderen Krämern die Maske vom Gesicht. „Menschenwürde heißt auch, nicht von Hartz-4 leben zu müssen“ - da ist der Mann vom Schulamt ohne Gnade mit seiner Partei, der Christlich-Sozialen Union, die bekanntlich das Gegenteil meint, nämlich dass Hartz-4 gerade dazu da ist, ein Leben in Würde auch denen zu ermöglichen, die kein Einkommen aus Arbeit oder Vermögen haben. Da wissen die Herren Huber und Beckstein wenigsten schon einmal, wer am schlechten Ergebnis der Landtagswahl im Herbst schuld ist. Dabei hat Wolfgang Stöckel doch „kleine Erfolge für die Menschenrechte“ entdeckt, sogar im Freistaat. In Ingolstadt ist es im harten Klassenkampf gelungen, den abtrünnigen „Donaukurier“ an den Verhandlungstisch zu „zwingen“. Frauke Ancker, FDP-Mitglied und heimlich unheimliche Herrscherin des BJV, hat ihr ganzes Gewicht in die Waagschale geworfen - vorsichtshalber zusammen mit den Lafo-Kommunisten von Verdi. Das ist ein toller Erfolg für die Menschenrechte - meint Stöckel. Wie sagen die pensionsberechtigten Nicht-Arbeiter im Schulamt der Stadt Nürnberg doch gleich so treffend, wenn ihnen etwas besonders Lustiges unterkommt? „Gelesen, gelacht, gelocht.“ |
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