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Kommentar: Schuld und keine Sühne? Drucken E-Mail
Donnerstag, 01. Mai 2008
Weil ihre Sitten verroht sind und der Zweck die Mittel zu heiligen scheint, ziehen beschränkte Gemüter in den Krieg. Krieg fängt der an, der sich etwas davon verspricht. Wenn dann der Krieg nicht so läuft, wie sich die Protagonisten mit den verrohten Sitten das gedacht haben, müssen noch verrohtere Sitten her, weil sonst der Krieg verloren wäre.

„Wollt ihr den totalen Krieg“, fragt man dann in Warlord-Kreisen. Und die in jedem Regime reichlich vorhandenen Blöden brüllen mal begeistert, mal verzweifelt, aber immer „Ja“.

Der vom DJV begonnene Krieg gegen den Landesverband Brandenburg ist verloren - selbst die verrohtesten Sitten haben das in nun vier Jahren nicht verhindert. Als bei Gericht in Brandenburg an der Havel auch den etwas begriffsstutzigen Apparatschiks um Konken und Engeroff klar wurde, dass die Entscheidungsschlacht um die Strukturhilfe katastrophal verloren gehen würde, holte Benno „The Loser“ Pöppelmann die weiße Fahne raus.

Der darauf geschlossene Vergleich ist in Wahrheit die bedingungslose Kapitulation. Statt dass Brandenburg, wie mit der Klage gefordert, vollen Beitrag zahlt und als einziger ostdeutscher Verband keinen Cent „Strukturhilfe“ gegenrechnen kann, muss der düpierte Bundesverband die volle Anrechnung der Strukturhilfe schlucken und sogar noch einen satten Überschuss an die verhassten Feinde auskehren. Damit sind dann Beitrag und Strukturhilfe vom rechtswidrigen Rauswurf Mitte 2004 an bis Mitte 2008 auf einen Schlag erledigt.

Da schwant es selbst den führenden Nicht-Denkern vom DJV-Politbüro: Jetzt ist Brandenburg durch nichts mehr zu erschüttern. Ob die geheimnisvollen „Drittmittel“ des höchst kreativen Fundraisers Conen für vier Jahre rückwirkende Beiträge ohne Kompensation durch Strukturhilfe gereicht hätten, mag man bezweifeln. Doch die Gefahr ist gebannt: Alles ist niedergekämpft, von der heimtückischen Idee der Nazi-Verschwörung bis zum verlogenen Insolvenzantrag. Und die stupiden „Bedenken“ gegen eine Satzung, die es gar nicht gibt, sind nur kindisch. Der tölpelhafte DJV hat nichts mehr in der Hand, schon gar nichts Finanzielles, um Conen unter Druck zu setzen. Und der wird die neue Freiheit nicht lange ungenutzt lassen.

Da muss man fragen: Was will Conen? Wer genau hinschaut, kann es wissen. Der Mann ist zum gefährlichsten Feind einer dumpfbackigen Apparatschik-Kaste aufgestiegen, weil er durch den aggressiv-einfältigen Vereinstyrannen Geibel in Baden-Württemberg den zentralen Wert in seinem Leben bedroht sah, die unbedingte Meinungsfreiheit. Erst als „Außenminister“, dann als Vorsitzender führte er das von gewissenlosen Links-Funktionären zum Opfertod verurteilte Brandenburg furios aus der Krise heraus und in sichere Gefilde.

Conen hat den Krieg gewonnen. Er hat erreicht, was selbst Freunde Brandenburgs für unmöglich gehalten haben. Bei seinem vorerst letzten Triumph beim Oberlandesgericht sah man ihn zufrieden schmunzeln, als die Vorsitzende dem störrischen DJV erklärte, er müsse mit dem verhassten Mitglied leben und solle endlich Frieden schließen.

Doch hat Conen das wirklich gewollt? Am Kamin seines Landsitzes soll er Vertrauten bei einem guten „Saint Estephe“ eher melancholisch erklärt haben, er sei „Kriegspremier“ mit „War Room“ - und tauge nicht für den Frieden.

In Interviews hat er zu erkennen gegeben, dass er - ganz anders als seine offenbar prinzipienlosen Counterparts vom DJV - klare Grundsätze hat: „Fiat iustitia et pereat mundus“ - soll die Welt zugrunde gehen, wenn nur Gerechtigkeit wird. Conen war es, der die Verhandlungen mit dem DJV kühl abgebrochen hat, als der „Loser“ Pöppelmann mit der Unsinns-These auftrumpfte, Brandenburg sei kein Unrecht geschehen. Für Conen die „Dreistigkeit des Täters“. Und dem „Paten“ Engeroff, von dem er menschlich tief enttäuscht ist („Engeroffs Lügen widern mich an“), sagte er: „Ich bin kein Pragmatiker, ist bin Moralist - und ich kann mir das leisten.“

So einer beugt sich nicht. Schon gar nicht vor Gestalten, die er für dumm und Unbelehrbare aus einem „Tätervolk“ hält.

Ob der DJV vorher ohne Schuldbekenntnis davongekommen wäre, ist ungewiss. Jetzt steht fest: Ohne „Mea culpa“ wird es keinen Frieden geben. Und die Täter von 2004 werden eher auch die kläglichen Reste des einst stolzen Verbands verheizen, als dass sie Verantwortung für das übernehmen, was sie getan haben.

Es geht also weiter - und weiter bergab. Nichts Neues beim DJV.

 
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