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Ein richtig lieber Freund
der Damen und Herren von der Classe politique ist Thomas Schiller
nicht. In seinem Online-Dienst „Schwerin-news“ neigt er eher der
angelsächsischen Journalisten-Philosophie zu, die den Erfolg des
Schreiberlings an der Zahl der um ihr Amt oder gar ins Gefängnis
gebrachten Politiker mißt. Da ist Sibylle Ekat, seit siebzehn Jahren
Geschäftsführerin des DJV in Mecklenburg-Vorpommern, aus anderem Holz
geschnitzt. Gleich nach der Wende wurde sie von SPDSozialisten und
PDS-Kommunisten für die Landesmedienkontrolle ausgewählt. Das hält bis
heute vor; die Linke kontrolliert und verbietet für ihr Leben gern.
Kürzlich hat Ekat dem DJV-Mitglied Schiller einen Brief geschrieben. Darin teilt sie mit, der „Schwerinnews“-Journalist sei aus dem Journalisten-Verband ausgeschlossen - per sofort, ohne großen Beschluß, par ordre de Ekat. „Von dritter Seite“, so die PDS-Konfidentin, habe man doch tatsächlich erfahren, daß der erfolgreiche Jung-Unternehmer neben „Schwerin-news“ auch noch für eine Website verantwortlich sei, die „Inserate mit erotischem Inhalt“ veröffentliche. Die Beschäftigung mit Sex und dergleichen Schweinkram, so die 57-jährige eher herbe Schönheit Ekat, sei für DJV-Untertanen unzulässig. Alle hätten sich dem Pressekodex des Deutschen Presserates zu unterwerfen. Gegen den habe Sex-Maniac Schiller so furchtbar verstoßen, daß nur die Kapitalstrafe, der sofortige Ausschluß, für einen Wüstling wie ihn in Betracht komme. Da wollte der von der DJV-eigenen Sexualkundlerin als medialer Sittenstrolch bloßgestellte Nachrichtenmann herausfinden, was denn der Sittenkodex im Pressekodex so sagt zu dem bewußten einen, das alle bekanntlich immer wollen - außer Sibylle Ekat natürlich. Doch alles Suchen half nichts: Im Pressekodex steht schlicht nichts zum Thema Sex. Und das schrieb Schiller dann auch um der Wahrheit willen in seine Online-Zeitung.
Er mußte nicht lange warten, bis wieder Post von Sittenwächterin Ekat kam. Daraus erfuhr er, daß er nun doch wieder Mitglied im DJV sei, weil er durch die Änderung eines Links „guten Willen“ gezeigt habe.
Nur einen Presseausweis, den der Journalist von „Schwerin-news“ bisher anstandslos erhalten hatte, soll er trotz Beitragszahlung nicht mehr bekommen, ließ die sittenstrenge Geschäftsführerin durchblicken. Seine „Hauptberuflichkeit“ sei fraglich. Urplötzlich.
Das leuchtet ein. Im Lande der Sibylle Ekat („Kein Sex, bitte!“) sollten Journalisten erst die Keuschheitsgelübte ablegen, bevor sie einen Ausweis beantragen. Die leidgeprüfte Geschäftsführerin achtet streng darauf, daß die Journalisten im bekannt leichtlebigen Mecklenburg-Vorpommern nicht hauptberuflich im landestypischen Sinnentaumel versinken - eine muß sich ja der Sex- Flut im Sündenpfuhl Deutsch-Nordost entgegenstemmen.
Ohne die tapfere Sex-Polizei vom Tugend-Reich DJV würde wohl bald Schwerin brennen wie einst Sodom und Gomorrha. Danke, Frau Ekat!
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